Symptom Hufrehe richtig deuten
Nur allzu oft wird dann eine Standard- Behandlung durchgeführt nach dem Motto: Entweder es funktioniert oder es funktioniert nicht. Standard- Behandlung bedeutet: Hufe kühlen, Blutverdünnende Mittel geben, Schmerzmittel verabreichen und das Pferd mit Heu und Stroh füttern. Sicherlich ist das grundsätzlich erstmal richtig, aber damit hat man den Auslöser der Hufrehe noch lange nicht erkannt, und gerade dies ist für einen durchschlagenden Erfolg unerlässlich. Nebenbei aber kursieren eine Menge von Tips und Empfehlungen, die zwar gut gemeint, aber im äußersten Fall Hufrehe sollte auf gar keinen Fall als eigenständige Krankheit, sondern immer nur als Symptom bezeichnet werden. In den nachfolgenden Zeilen wird auf die Facetten der Huf-reheerkrankung eingegangen, Tips zum Erkennen des vermeintlichen Auslösers gegeben und eine mögliche Therapieform in Zusammenarbeit mit dem Tierarzt vor Ort angeregt. Hufrehe ist keine Bagatelle und ein Tierarzt sollte IMMER schnellstmöglich hinzugezogen werden. Je schneller richtig gehandelt wird, um so besser sind die Erfolge. Nachfolgende Umstände können eine Hufrehe auslösen: Überanstrengung auf hartem Boden, Überlastung wegen Erkrankung der parallelen Gliedmaße Belastungsrehe Überfressen mit Kraftfutter, Exessives Weiden auf jungem Gras, zu kohlenhydratreiche Fütterung (Futterrehe) Im Körper angestaute Giftstoffe aus Giftpflanzen aber auch Gifte aufgrund Nachgeburtsverhaltung, übermäßige Gaben von best. Schmerzmitteln oder auch Gaben von Cortison (toxische Rehe oder auch symptomatische Rehe) überhöhte Kortisolwerte aufgrund von Equinem Cushing Syndrom (ECS)oder auch durch Cortisonbehandlungen Stoffwechseldefekt vergleichbar mit dem Diabetis Mellitus Typ 2 des Menschen, Equines Metabolisches Syndrom (EMS) und einer Insulin Resistenz (IR) ausgelöst durch eine Borrelien-infektion (Borreliose) fehlerhafte Hufbearbeitung Massiver Nährstoffmangel, z.B. Mangan "Schwangerschafts- Diabetis" bei einer tragenden Stute Bei einer Hufrehe ist der normale Hufstoffwechsel und dessen Durchblutung stark gestört. Dadurch wird die Huflederhaut, also der innere Teil des Hufes der das Hufbein am Platze hält, in Mitleidenschaft gezogen. Eine Entzündung der Huflederhaut wirkt sich auf die Verbindung von Hufbein und Hornwand aus, so dass sich die weiße Linie verbreitert, sie kann sogar bis zu einer Ablösung der Hufkapsel vom Hufbein führen. Das Hufbein kann die Hufsohle durchbrechen oder es kommt zum sogenannten Ausschuhen. Grundsätzliche Behandlung bei allen Formen von Auslösern: Sofort den Tierarzt bestellen! Hufrehe ist ein ernsthaftes Problem. Verteilung der Fettpolster bei EMS Um eine Hufrehe effektiv zu behandeln, ist es notwendig, den Auslöser der Hufrehe fest-zustellen! Auslöser wie etwa eine vorangegangene Geburt oder etwa Belastung auf hartem Untergrund oder eine unmittelbar voran-gegangene Hufbehandlung oder Kortisongabe sind leicht erkannt. Ebenso der Zusammenhang zwischen dem Weidegang in den Maiwochen oder im September, denn gerade in dieser Zeit bilden die Gräser sehr viele Kohlenhydrate, so genannte Fruktane, die eine Hufrehe auslösen können. Die nachfolgende Tabelle soll helfen, die Ursache der Hufrehe besser einzugrenzen und diese dann gezielt festzustellen. Es sind nicht alle, dennoch aber die häufigsten Merkmale aufgeführt.
Manganmangel Equines Metabolisches Syndrom Equines Cushing Syndrom Borreliose Jederzeit möglich Jederzeit,nach Weidegang oder Kraftfuttergabe Jederzeit möglich, Jederzeit möglich Dauernde Fühligkeit der Hufsohle, Langes, eventl lockiges Fell,schlechtes Umhaaren,Abbau der Rückenmuskulatur, Zeckenstich, Blutbild, insbesondere Bestimmung des Manganwertes (verlangen!) Glukosetoleranztest Dexametasontest Nachweis der Borrelien über ein spezielles Labor per Bluttest oder auch Hautstanze Mangan ausgleichen durch geeignetes Ergänzungsfutter (Zucker und Getreidefrei), am besten in Verbindg. mit Zink und Kupfer Kohlenhydratarme Fütterung ggf. mit gewaschenem Heu, Am sichersten ist die medikamentöse Behandlung mit z.B.Pergolid, Permax, Parkotil, Trilostan Gezielte Behandlung mit geeigneten Antibiotika über einen angemessenen Zeitraum, eine kohlenhydratarme Fütterung ist unterstützend, Sehr gut Sehr gut bei konsequenter Umsetzung, bei entsprechender Diät zeigen sich die Pferde meist sehr arbeitsfreudig Meist können noch einige Jahre "herausgeschlagen" werden Leider ist der Erfolg noch ein wenig ungewiss, die Hoffnungen liegen bei der Erforschung dieser Krankheit Überprüfung der Fütterung, ggf. Analysen machen lassen Gelegentlich Überprüfung des Insulinwertes, Regelmäßige Kontrolle der Werte, ggf,. Anpassen der Dosierung, das Medikament wird lebenslang benötigt Immunsystem des Pferdes stärken, keine Korticoide Folgende Behandlungen oder Vorgehensweisen sind wenig bis gar nicht sinnvoll: Die Gabe von Gingko Biloba sollte überdacht werden, es gibt Hinweise darauf, dass Ginko Probleme für Menschen mit Typ II verursacht -das betrifft also Pferde mit einem Equinen Metabolischem Syndrom. Es verändert die Wirkung von Medikamenten und beeinflusst direkt die Blutzucker- regulierenden Systeme.Auch Zuckerverbindungen aus Glukosamin und Chondroitin können bei Extremfällen negative Auswirkungen haben. Kortison ist meist nur ein "Versuch", sinnvoller ist es die Ursache herauszufinden und den Auslöser unverzüglich zu beseitigen.
Jeder Pferdehalter hat zumindest schon einmal von der gefürchteten Hufrehe gehört:
Das Pferd steht wie angewurzelt auf dem Fleck, mag nicht mehr vor noch zurück, verlagert sein Gewicht auf die Trachten, die Hufe sind heiß und eine starke Pulsation ist zu spüren. Das Pferd hat Schmerzen!
mehr als nur schädlich für das arme Tier sind und einen entscheidenden Einfluss auf das Wohlergehen und seine Chancen nehmen.
Bei einer Hufrehe ist die Zahl der betroffenen Hufe individuell, meist sind die Vorderbeine betroffen.
Ein rasches Eingreifen des Tierarztes mit dem sogenannten Aderlass kann in vielen Fällen Schlimmeres verhindern, allerdings sollte dieser altertümliche aber wirkungsvolle Eingriff möglichst schnell erfolgen. Er wird dann auch entscheiden, ob das Pferd Schmerzmittel oder blut-verdünnende Arzneien benötigt. Der Einsatz von Phenylbutazon oder Hippopalazone sollte genauestens überlegt werden. In manchen Fällen kann die Gabe eine Hufrehe noch verschlimmern. Die Schmerzen des Pferdes bei einer Hufrehe machen durchaus Sinn, denn die Verbindung von Hufbein und Hufkapsel ist gestört, nimmt man dem Pferd den Schmerz, könnte es sich möglicherweise mehr bewegen als ihm gut tut, es könnte eine Verschiebung des Hufbeines Rotation oder auch Absenkung- begünstigen. Das Röntgen der Hufe macht in einigen Fällen durchaus Sinn, um sich einen Überblick darüber zu verschaffen, in welchem Ausmass sich die Hufrehe auf das Hufbein ausgewirkt hat, insbesondere der eventuell vorzunehmende Beschlag kann dadurch individueller bestimmt werden.
Ebenso ist es ratsam, eine Blutanalyse bei Verdacht auf EMS, ECS oder Borreliose zu veranlassen. Das Internet hält unter www.hufreheforum.de entsprechende Merkblätter parat, die Sie und Ihren Tierarzt darüber informieren, was bei solchen Analysen speziell zu beachten ist und welche Behandlung die Blutprobe zu erhalten hat, bevor sie an das Labor geschickt wird.
Das Pferd erhält eine kohlen-hydratarme Fütterung unter Verzicht auf Getreide oder Getreideprodukten, also auch kein Müsli oder Mash. So genannte Hufrehefutter enthalten meist immer irgendwelche Getreidebestandteile und sie sind auch in keinem Fall geeignet, eine Hufrehe positiv zu beeinflussen.
Auch wenn der Name viel verspricht: Finger davon!
Auf Brot und Leckerlie, aber auch auf das vielgepriesene Mash muss unbedingt verzichtet werden.
Möhren und Äpfel oder sonstige Gemüse und Früchten dürfen NICHT verabreicht werden.
Einzig die Gabe von Heu und Stroh ist erlaubt. Unter gewissen Umständen muss das Heu vor der Fütterung "gewaschen" werden, insbesondere dann, wenn eine EMS- Erkrankung oder eine Insulin- Resistenz vermutet werden.
Auch Heu enthält Kohlenhydrate, das ist immer abhängig vom Schnitt-zeitpunkt und von der Zusammen-setzung. In diesem Fall wird das Heu für eine Stunde in Wasser getaucht, Kohlenhydrate sind wasserlöslich!
Das "Waschwasser" darf dann nicht mehr für das Pferd verwendet werden, da sich die Kohlenhydrate dann darin befinden.
Dem Pferd keine Kortikosteroide, z. B. Cortisol verabreichen.
Das Pferd unverzüglich in eine tief mit Sägespänen ausgestreute Box bringen. Es kann dann selbst die für ihn angenehmste Stellung ein-nehmen, Stroh ist aufgrund seiner derben Struktur nicht geeignet. Bewährt haben sich auch mit Sand gefüllte Boxen. Der Sand kühlt und das Pferd hat die Möglichkeit, sein Gewicht auf die angenehmste Weise zu balancieren.
Eventuell sind Hufpolsterverbände erforderlich um die empfindliche Sohle zu schützen.
Im akuten Fall sollte kein Rehe-beschlag aufgebracht werden. Kurzweiliges Kühlen der Hufe kann Linderung verschaffen, dabei sollte der Kühlmoment nicht zu lange ausgeweitet werden, da sich der Effekt dann nachteilig auswirkt.
Auftreten der Rehe
Häufig im Winter bei Wechsel der Heuqualität,
nach längeren Arbeitspausen
häufig bei älteren Pferden
Andere Symptome/
Anzeichen
Gelenkprobleme,
Sehnenprobleme, Fruchtbarkeitsstörungen,
Neigung zu Hufabzessen,
event. Sarkoide"Hengsthals",Schwel-lungen über den Augen, Fett- Patches am Körper, insbes. Schulter und Kruppe, Schwellungen im Bereich des Euters/ Schlauch,Über-gewicht,vermehrter Durst, verbreiterte Weiße Linie, Ringbildung des Hufhorns
starkeGewichtsabnah-me trotz guter Füt-terung,Lethargie,
vermehrter Durst,
Schwellungen über den Augen,starkes Schwitzen,evt. in Verbindung mit IR,
Infektanfälligkeit,
schlecht heilende Wunden,hartnäckiger Durchfall/Kotwasser
Empfindlichkeit am Kopf,unklare Bewegungsstörungen,
Muskelverspannungen,
deutliches Unwohlsein des Pferdes,
Schwellungen der Gelenke,
wechselhafter Gesundheitszustand,
Headshaking
Nachweiß durch
Insulinwertbestimmung (besonderes Verfahren), bei Blutbild Mangan bestimmen lassen, meist erhöhte Trygliceride,
Magnesium niedrig,
Glukosewert kann durchaus normal sein,
meist Mangan zu niedrig, Cortisolwert kann "falsch" erhöht sein
Low-Dex-Test
TRH- Stimulationstest
(nicht empfehlenswert)ACTH- Wert bestimmen lassen
Tierärzte erhalten die neue Röhrchengeneration bei Prof. Hoppen, Hannover, Tel.: 0511/856 7546
Behandlung
keine Gemüse/Obst,
kein Getreide,
Speedi Beets (unmelassierte Rübenschnitzel),
keine Steroide, keine Antibiotika der Sulfa-Familie,keine Öle oder Fette, abrupte Rohproteinänderungen vermeiden, Speedi Balancer als Spezial-Mineral,kein Weide-gang,regelm., tägl. Bewegung
kohlenhydratarme Fütterung, keine Yukka-Produkte, kein MSM,
geregelter Tagesablauf, keine unnötigen Veränderungen wie etwa Stallwechsel,
keine Aufregung
die Gabe von B- Vitaminen scheint positiv
Prognose
Nachsorge
bedarfsgerechte und kohlenhydratarme Fütterung,keine Weide
Meist sind die Weiden Überbleibsel aus der Milchviehhaltung und nicht unbedingt für Pferde und Ponys geeignet. Obwohl Pferde auf grünen Wiesen ein schöner Anblick sind, ist diese Landschaft oft nicht geeignet, um dem auf karge Ernährung zugeschnittenen Verdauungssystem der Pferde Rechnung zu tragen. Auch der Einbruch in die Futterkammer oder das Überfressen des Pferdes mit Kraftfutter oder Brot kann schnell mit einer Hufrehe in Verbindung gebracht werden. Es gibt aber viele Fälle, die Halter und Tierarzt ein Rätsel bleiben.
Zwangsbewegung ist gefährlich und könnte eine Rotation bzw. Absenkung begünstigen. Das Pferd wird von ganz allein die Bewegung wieder suchen, sobald die kritische Phase im Huf überwunden ist und das Hufbein sich stabilisiert hat. Der Wendeschmerz bei engen Drehungen und Wendungen bleibt meist etwas länger erhalten, bessert sich aber nach und nach mit dem Nachwachsen des Hufhornes. Eine Radikaldiät ist nicht nur Tierquälerei sondern auch lebensbedrohlich. Der Stoffwechsel könnte völlig entgleisen und das Pferd sich selbst vergiften. Die Mindestmenge von 1% des Normal- Körpergewichtes sollte niemals unterschritten werden.
Und sonst:
Besonders wichtig ist eine regelmäßige Hufpflege und Bearbeitung in relativ kurzen Abständen. Individuell kann ein besonderer Beschlag nötig sein, um den Huf zumindest bis zur Vollständigen Regeneration zu unterstützen. Geeignete Hufzusatzfuttermittel können diesen Vorgang beschleunigen und vor Hufabzessen, die sich gerne nach einem Reheschub entwickeln, schützen. Empfehlenswert ist z.B. das Hoof
Health von der Firma NET-TEX.
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